Talort
Hainbach

Autobahn A8 München Salzburg Ausfahrt Frasdorf - Aschau - Hohenaschau.
Noch ca. 3 Km bis Parkplatz Hainbach.
Stützpunkte
Charakter
Bergtour
"I gang so gern auf'd Kampenwand, wan i mit meiner Wamp'n kannt".
Dieser bekannte Spruch musste ja wohl kommen. Das hat sich schon so mancher gesagt und dann doch den
fast direkten Weg mit der Seilbahn vorgezogen ... nein, so leicht wollen wir es uns nicht machen, etwas
mehr Anstrengung hat dieser Chiemgauer Paradeberg dann schon verdient. Die Kampenwand beeindruckt
durch Felswände, die von Süden weitaus eindrucksvoller wirken, als der bekannte, hahnenkammartige
Anblick aus dem Voralpenland. Die meisten Felsen sind dem Kletterer vorbehalten, für Bergwanderer
bleibt der Ostgipfel, der mit dem 12m hohen Chiemgaukreuz geschmückt ist, das 1951 hier errichtet
wurde. Die prächtige Aussicht am Gipfel muss man sich an schönen Tagen allerdings mit vielen teilen,
ganze Heerscharen pilgern von der Seilbahn auf breitem Panoramaweg zur Steinling-Alm und machen, mit
Sandalen und Turnschuhen gewandet, auch vor dem Gipfel nicht halt. Dieser Andrang sollte einen aber
nicht abhalten, die faszinierende Vielfalt dieses Berges mit reizvollen Wegen, Almen und
Felsenszenarien zu erleben, denn sobald man den Bereich der Seilbahn verlässt, tritt wieder Ruhe
ein. Unterschätzen darf man aber keinesfalls die Anforderungen dieser Bergtour, die man gerne als
ausgewachsen bezeichnen darf - südseitige Lage und gut sieben Gehstunden fordert ihren Tribut.
Eine interessante Beschreibung der Kampenwand findet man beim Chiemgauer.
Aufstieg
 20, K2 über den Klausgraben
Vom Parkplatz Hainbach führt eine Fahrstraße nach Osten (  Kampenwand) zu ein paar Häusern und weiter
in den tief eingeschnittenen Klausgraben. Immer am idyllischen Bach mit seinen vielen Gumpen und
Wasserfällen entlang, führt der Weg in steter Steigung hinauf in den Sattel nördlich der steilen
Hänge des Weitlahnerkopfes. Noch vor der Dalsen-Alm, die etwas unterhalb liegt, biegen wir nach
links ab (  Kampenwand) und folgen der
rot-weißen Markierung durch die Weidefläche in den Wald, bis wir eine Forststraße erreichen. Hier
nach rechts und nach 100m gleich wieder nach links (  Kampenwand).
Hier beginnt ein Bergpfad, der durch lichten Wald nordöstlich steil aufwärts zum Markkaser führt.
So etwa ab der 1400m Höhenlinie wird der Weg wieder flacher und verliert sogar etwas an Höhe. Man
kommt jetzt in einer Senke südwestlich der Scheibenwand an senkrechte Felswände heran und erreicht
bald nach einem kurzen Anstieg die Seilbahnstation und den Kampenwand-Gasthof. Vom Berggasthof
führt der Weg ein kurzes Stück aufwärts zum Gedenkkreuz auf der Kampenhöhe und zum markanten
Staffelstein. Auf einem breiten Panoramaweg, mit schönem Blick zum Chiemsee, wandern wir unter
geringem Höhenverlust hinüber zur  Steinling-Alm,
wo wir gerne Pause machen, bevor wir die letzten 200 Hm zum Gipfel auch noch anpacken.
Vom Berggasthof gehen wir über die Wiese zu einem Schuttfeld - hier war wohl vor langer Zeit ein
Weg - jetzt ist das eine breit getrampelte, erodierte Piste, die noch aus dem Tal zu erkennen ist.
Auf diesem hässlichen Untergrund versuchen wir wenigstens einigermaßen den Markierungen zu folgen
und erreichen bald den Wandfuß. Weiter über gut markierte, gestufte Felsen, bei denen man schon
öfter mal die Hände zum festhalten braucht, hinauf in die Schlechinger Scharte. Hier gehen wir nach
Osten über Geröll und Felsblöcke in die Kaisersäle, eine eindrucksvolle, schluchtartige Felsszenerie. Durch einen schrägen, engen Felsspalt
erreichen wir den turmartig wirkenden Gipfelaufbau, den wir links herum etwas luftig unter
Mithilfe einer soliden Stahlkette umgehen (Vorsicht - glatte Felsen!). Noch ein kurzer Anstieg über eine
Rinne und wir erreichen den Gipfelgrat und gehen über eine etwas übertrieben wirkende Stahlbrücke zum eindrucksvollen
Chiemgaukreuz.
Tipp:
Wer es nicht ganz so lange haben möchte: der wohl kürzeste Anstieg zur Kampenwand
führt vom Parkplatz Aigen hinauf zur Steinling-Alm. Beschreibung hier.
Abstieg
 20
Wieder bei der Seilbahn, gehen wir durch das Drehkreuz und wählen für den Abstieg den Weg
zur  Hofbauernalm, der nach ein paar Meter
rechts des Aufstiegsweges abzweigt und direkt an die Felsen von Scheibenwand und Bauernwand
heranführt (Steinschlaggefahr!). Am südlichen Rand der Senke wendet sich der Weg nach Westen und
führt über den Mehlbeerwänden hinab zur Hofbauernalm, vorbei an den verfallenen Steinmauern einer alten Almhütte. Ab der Alm auf einem Fahrweg abwärts bis zu
einer quer verlaufenden Straße. Bei einem unklaren "Wegweiser" an einem Baum (»Wegende nach 200m« - aber in welcher
Richtung??) nach links und nach 200m nach rechts abwärts in Richtung  Hainbach.
Noch vor dem bereits bekannten Sattel an der Dalsen-Alm, erreicht man wieder den Aufstiegsweg durch
den Klausgraben und geht in einer Stunde zurück zum Parkplatz.
Hinweis:
Man sollte diesen Weg nicht zu früh im Jahr gehen. Auch wenn die südseitigen Wege vielleicht schon
schneefrei sind, in den flacheren Stellen vor der Seilbahnstation liegt häufig im Mai noch so viel
Schnee, das in dem unübersichtlichen Gelände kein Weg zu finden ist (Schneewächten). Ebenso besteht
auf dem Weg von der Seilbahnstation zur Steinling-Alm erhebliche Absturzgefahr, da hier, auf dem im
Sommer breiten Panoramaweg, oft nur eine Spur in steiler Schneeflanke vorhanden ist. Der Anstieg von
der Steinling-Alm zur Schlechinger Scharte wird bei Schnee zum Problem, da es zur Scharte hin immer
steiler wird und zuletzt kann man oft noch im Sommer in der Kampenwandschlucht Schneereste erleben.
Und auch im Sommer sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit im felsigen Aufstieg zum Ostgipfel sind umbedingt erforderlich.
Varianten:
Fotos: (zum Vergrößern anklicken)
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