Wendelstein
1838m

Mangfallgebirge
Wendelsteingruppe



Wendelstein
Der Wendelstein, von der Soinwand aus gesehen
Talort
 Bayrischzell
Parkplatz an der Passhöhe Sudelfeld, bei einem bekannten "Motorradfahrer Cáfe"

Stützpunkte
 Wendelsteinhaus, 1724m

Charakter
Einfache Bergwanderung auf guten Wegen.
Der Wendelstein ist wohl der Oberbayerische Berg schlechthin - eine prächtige Felsgestalt aus Wettersteinkalk, die auch bei Nicht-Bergsteigern weithin bekannt ist. Weit ins Voralpenland hinaus zu sehen, ist der Berg wohl jedem schon einmal aufgefallen, der auf der Autobahn A8 nach Salzburg unterwegs war. Leider wurde der ansonsten sehr schönen Gipfel gnadenlos zugebaut und regelrecht verschandelt. Eine derartige Ansammlung von Gebäuden und technischen Einrichtungen findet man im bayerischen Alpenraum nur noch auf der Zugspitze. Eine Bergstation für Seil- und Zahnradbahn, ein Wirtshaus, ein ehemaliges Hotel, ein Sonnenobservatorium, eine Wetterstation, ein Sendemasten für Rundfunk und Fernsehen, eine Windkraftanlage - habe ich etwas vergessen? Ach ja, das Wendelsteinkircherl, etwas verloren steht es am Rande der Betonwüste. Ebenso verloren wie der Bergsteiger, der in all den Touristenmassen, die den Berg von zwei Seiten belagern, immer etwas deplaziert wirkt. So muss man in der Wendelsteingegend den Weg als das Ziel ansehen und den Gipfel nur als Zugabe. Bemerkenswert ist allerdings die Gipfelschau. Die Prominenz des Zentralalpenkammes - Großglockner und Großvenediger - Zillertaler Gipfel, Karwendel und Wetterstein - im Norden erkennt man an klaren Tagen den Bayerischen Wald. Das entschädigt für das Gewusel auf der Betonplattform neben dem Observatorium, zu dem man über 100Hm auf einen in den Felsen gesprengten Weg mit Treppen und Geländer gelangt.

Der im folgenden beschriebene Weg ist mein Lieblingsweg auf den Wendelstein, da er verhältnismäßig ruhig ist und zwischen Wendelsteiner Almen und der Zeller Scharte durch eine sehr schöne Almlandschaft führt. Die steilen Felsen von Wendelstein und Kesselwand bilden dazu ein Szenario, das einem vor lauter Schauen schon mal das Weitergehen vergessen lässt. Der geologisch interessierte wird hier sowieso etwas länger für den Aufstieg brauchen, da im GEO Park Wendelstein insgesamt 35 hochinteressante Tafeln - entlang des geologischen Lehrpfades - die Entstehung der Alpen auf anschauliche Weise erklären.

Aufstieg
Rote Markierung  W (Karte: blau)
Wendelsteiner Almen:
Vom Parkplatz an der Passhöhe Sudelfeld führt ein gepflasterter Weg hinauf zu einer Jugendherberge und zur Larcheralm. Gleich nach der Alm nach links ( Wendelstein B1a) und in einigen Serpentinen hinauf zu einem Viehstall. Ein Stück noch folgt man dem breiten Weg in den Wald hinein, bis man nach geringem Höhenverlust eine Wiese erreicht. Auf dem Wiesenpfad wieder aufwärts und durch ein weiteres Wäldchen hindurch erreicht man - den roten Bodenmarkierungen geradeaus folgend - 50m nach dem Waldrand einen quer verlaufenden Weg. Hier hält man sich nach links und geht in einem Rechtsbogen hinauf zu der Teerstraße, welche zur Lacheralm hinauf führt. Ein Wegweiser zeigt nach links in die Wiese hinein und nach ca. 50m beginnt ein holpriger Pfad, welcher ein kurzes Stück steil aufwärts führt ( Wendelstein über Wendelsteiner Almen). Bald wird der Pfad wieder flacher und in angenehmer Steigung erreicht man die Wendelsteiner Almen.
Zeller Scharte:
Der in die Karte eingezeichnete Weg, der nach rechts in Richtung des Skiliftes direkt zur Kesselwand hinaufführte, existiert nicht mehr - bitte keine Abschneider! Ein viel besserer Weg führt ein Stück oberhalb der Alm an einem Wegweiser nach links und an die Felsen des Wendelsteines heran ( König-Maximiliam-Weg). An einer Wegegablung - links geht es auf dem geologischen Lehrpfad zur Bocksteinsenke - gehen wir nach rechts und erreichen auf einem guten Kiesweg die Kesselwand und die Zeller Scharte
( König-Maximiliam-Weg).
Wendelstein:
Von der Scharte am linken Rand eines kleinen Kares hinauf zu einer Privathütte und zur Zahnradbahn, die hier in einem Tunnel verschwindet. Weiter nach links aufwärts oder direkt über die Röhre zu einem Pfad, der sich ein paar Meter unterhalb der Bergstation nach rechts wendet. Der mit Geländer versicherte, schmale Weg führt unschwierig und sehr aussichtsreich in die Ost- und Nordseite des Wendelsteines. Vorbei an zahlreichen, geologischen Lehrtafeln erreicht man die Windkraftanlage und bald darauf die betonierte Gipfelplattform.

Abstieg
Rote Markierung  W
Zwei Wege bieten sich zum Abstieg an:

  • Man kann nun über die übermäßige Technik am Wendelstein lästern wie man will, der beschriebene Weg dorthin ist einfach schön. Ich bevorzuge deshalb auch im Abstieg den Weg zur Zeller Scharte und den Wendelsteiner Almen und gehe - wenn noch genügend Zeit ist - auch mal die paar Meter zum Lacherspitz hinauf.

  • Von der Betonplattform führt unter der Seilbahn ein Weg zur Bocksteinsenke hinab. Vorbei an einer Photovoltaikanlage erreicht man auf dem geologischen Lehrpfad wieder die Wendelsteiner Almen.

Hinweis:
Kurz vor der Zeller Scharte führt der Weg an der überhängenden Kesselwand vorbei
Vorsicht - Steinschlag!

Wenn man im Frühjahr unterwegs ist, dann sollte man - auch wenn die Südseite des Wendelsteines bereits schneefrei ist - in dem Kar oberhalb der Zeller Scharte mit erheblichen Schneemengen rechnen. Wenn der Aufstieg hier überhaupt möglich ist, dann muss man sich unbedingt ganz am linken Rand halten, da wo eben der Weg verläuft und aufpassen, was von oben kommt. Sonst kann es passieren, dass man von Skifahrern, die hier ihr »Winter-Abschluss-Rutscherl« abhalten, über den Haufen gekarrt wird (wie es mir beinahe einmal ergangen wäre).

Fotos: (zum Vergrößern anklicken)

         
   

Höhenunterschiede - Gehzeiten

Aufstieg Höhe/m Hm Km Stunden
 Sudelfeld 1120  
Wendelsteiner Almen 1420 300 2,8 1
Zeller Scharte 1611 490 3,8
Wendelstein 1838 720 4,8
Abstieg
Wendelsteiner Alm 1420 420 2 1
Parkplatz 1120 720 4,8 2
Summe 720 8,5
Karten

Titel Kennung Maßstab ISBN
Topographische Karte
Mangfallgebirge
UK L12 1:50000 3-86038-484-8
Kompass Karte
Bayrischzell-Schliersee
008 1:35000 3-85491-352-4
 Lageplan

 Karte
Letzte Begehung:
September 99
Bergseiten
Klaus Dullinger
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